Freitag, 11. Mai 2012

La Rioja '12

Um mal die ganzen Lücken ein wenig aufzuschließen, hier das, was ich noch so in den Ferien getrieben habe!
Im Januar ging das Ferienleben so weiter wie es angefangen hat - viel schlafen, viel ausgehen und vor allem viel Hitze. So besonders spannend fand ich das aber nicht und weil es hier ja kilometerweit einfach nichts gibt, hab ich mich schon ziemlich eingesperrt gefühlt, das hiess für mich dann folgendes: LA RIOJA!
Mein lieber Gastopa kommt aus einem wunderschönen kleinen Örtchen in den Bergen, das sich Sañogasta nennt und hat mich kurzerhand eingeladen, mit ihm hinzufahren. Mein Gastbruder ist auch noch mitgekommen und so hatten wir dort eine wirklich schöne Zeit. Die beiden sind schon nach 10 Tagen wieder weggefahren, ich habe dort aber so liebe Menschen kennengelernt und fand das ganze einfach zu schön, um es zurückzulassen, deswegen bin ich noch länger geblieben, insgesamt den ganzen Monat Februar.



El Christo in Chilecito mit Protest gegen die Sprengung eines Berges - El Famatina no se toca

Dorffest


Das ist übrigens mein Gastbruder




Leider hab ich vergessen, wie die Jungrafu der das gewidmet ist heißt, tut mir Leid ;)


Nachdem ich dann noch einen Tag in Cordoba verbracht habe, bin ich zurück ins heiße Añatuya und am 28.02. nach schönen 3 Monaten wieder zurück zur Schule. Doch davon ein anderes Mal!

Sonntag, 6. Mai 2012

Peregrinación a Matará

Du läufst und läufst und läufst, das einzige was du noch spürst sind die Hände, dich dir Kraft geben und die Beine, die keine Kraft mehr haben. Du schaust auf die Uhr, siehst das es 7 Uhr morgens ist und kurz flackert dir der Gedanke durch den Kopf, dass es in Deutschland wegen der Kälte unmöglich wäre, im November mit T-Shirt und kurzer Hose um diese Zeit draussen zu sein. Direkt danach denkst du daran, dass noch gute 9 Stunden zum Ankommen fehlen. Das verdrängst du aber sofort und konzentrierst dich wieder auf den nächsten Schritt, auf die Hände, die deine halten und gehst weiter. 1 Stunde später macht die Gruppe einen Rast und du hast ein wenig Zeit, etwas zu essen, auszuruhen und dich zu strecken. Inzwischen ist die Sonne aufgegangen und du bist seit gut 8 Stunden unterwegs - fehlt also noch die Hälfte. Und dann geht es auch schon wieder weiter, du hast Schwierigkeiten, in deinen alten Laufrythmus zu gelangen und dir tuen alle Knochen weh. Doch du versuchst es zu irognieren. Du schaust kurz vom Boden auf und siehst, was vor dir liegt: Eine gerade Sandstrasse mit scheinbar ins Unendliche reichende Strommasten und außenrum absolut nichts; Monte wohin das Auge blicken kann. Dann senkst du den Blick wieder auf den Boden um dich nur auf den nächsten Schritt zu konzentrieren. Den Vormittag verbringst du schlafend in der nächsten Rast, zwischendurch kriegst du noch eine Massage die ziemlich schmerzhaft ist aber hilft, und nach einem kleinen Hamburger geht es um 1 Uhr weiter. 15 km fehlen noch und die Sonne hat angefangen zu brennen, die Temperatur klettert an die 30°C und ohne Kappe würdest du einen Sonnenstich kriegen wie es, wie du später erfährst, auch einigen passiert ist.
Du läufst und läufst und läufst. Zwischendurch kriegen die Schmerzen die Oberhand und du bist kurz davor, auf den nächsten Pickup des Organisationsteams aufzusteigen doch dann spürst du wieder die Hände der anderen mit denen du dir versprochen hattest, anzukommen. Also läufst du weiter und irgendwann, einem Wunder gleichend, siehst du den Ortseingang von Matará und nimmst irgendwoher die Kraft, zu rennen. 60 km hast du geschafft, laufend, die ganze Nacht lang.

Eben gerade von der Pilgerfahrt nach Matará zum angeblich ältesten christlichen Kreuz Argentiniens, heimgekommen und vollkommen fertig. Tut mir Leid für die lange Funkstille, ich werde versuchen, in der kurzen Zeit die mir hier noch bleibt das ganze zu aktualisieren. Mit Fotos, verpsrochen!
Johanna

Montag, 16. Januar 2012

Oh je, jetzt ist es schon wieder so ewig her seit dem letzten Post dass ich nochmal einen großen verfassen muss. Es ist zwar nicht allzuviel passiert, aber auf dem Laufenden halten will ich euch ja doch irgendwie :)

Also... womit fange ich an? Ich glaube, Weihnachten und Neujahr wäre am besten.
Mein Weihnachten 2011 hat mich eher an Silvester erinnert nur dass es eben zusätzlich Geschenke gab. Den ganzen Tag wurde gekocht und geputzt, es kam Familie aus Cordoba vorbei und vormittags wurden noch schnell Geschenke eingekauft. Um ca 11 Uhr haben wir dann angefangen zu essen (das mag sich für euch spät anhören, hier wird aber immer so spät gegessen. Ich weiß nicht, wie ich mich da in Deutschland wieder dran gewöhnen soll!) und um 12 Uhr wurde mit Cidre angestoßen und danach gab es ein großes Feuerwerk.
Die Geschenke dürfen dann natürlich auch nicht fehlen und weil wir als anscheinend die einzige Familie in ganz Añatuya keinen kitschigen, überdekorierten Plastikweihnachtsbaum haben, ich aber trotzdem die Geschenke unter einem Baum haben wollte, wurde improviesiert und die 4-Meter-Tanne im Garten einfach zum Weihnachtsbaum umfunktioniert. Hier ist es allerdings nicht sehr üblich, viel zu schenken. Was noch unüblicher ist, ist dass Kinder ihren Eltern oder generell erwachsenen Verwandten oder sogar anderen Kindern was schenken. Meine Gastfamilie hat mich ganz verwundert angeguckt, als ich mit Weihnachtsgeschenken für sie ankam, gefreut haben sie sich aber natürlich trotzdem :)
Die meisten Jugendlichen gehen danach noch in die Disko, ich bin aber zu Hause geblieben und habe noch lange mit meinen Gasteltern geredet damit ich mir wenigstens etwas vom weihnachtlichen Gefühl bewahren konnte. Das hab ich nämlich in der ganzen Vorweihnachtszeit ziemlich vermisst!

Irgendwie ist es ziemlich verschwommen geworden :(
Silvester war Weihnachten sehr ähnlich, nur dass es eben keine Geschenke gab und auch keine Verwandten da waren. Wieder einmal wurde den ganzen Tag gekocht und geputzt, um 11 haben wir angefangen zu essen, um 12 wieder einmal mit Cidre angestossen und danach aufs Dach gegangen um das Feuerwerk zu sehen. Danach bin ich noch mit meiner Gastschwester und ihren Freunden in die Disko gegangen.



Außerdem hat mein Gastvater mich und meinen Gastbruder letztens auf einen Campo mitgenommen, das heißt ein riesiges Gelände das größtenteils zur Agrarwirtschaft genutzt wird und auf dem ein Haus steht, in diesem Fall ein klassisches, altes Haus vom Campo.
Es war ziemlich beeindruckend, einfach mal im mitten vom nichts zu stehen. Wenn du zur einen Seite blickst, siehst du Soja-Felder und 3 Bäume, auf der anderen Seite fallen dann selbst diese 3 Bäume weg. Aber überzeugt euch selbst!






Um euch mal ein wenig neidisch zu machen: Diesen Himmel sehe ich so gut wie jeden Tag, normalerweise aber mit viel weniger Wolken.




 Sonst hat sich seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe, nicht viel geändert. Die Temperaturen bleiben, der Strom fällt gerne mal während der Siesta aus und wir bleiben ohne Klimaanlage, vor 4 kann ich nicht mehr einschlafen und vor 12 auch nicht mehr aufstehen. Hier noch 2 Bilder, die ich eben gefunden habe:


Ich war mit Pinja, der finnischen Austauschschülerin in Santiago, der Provinzhauptstadt um unsere Pakete abzuholen. Sie mit einem wunderschönen Plastikweihnachtsbaum im Centro Cultural!

 Bild von der letzten Nacht. Eine Freundin und ich.

So, das wars dann erstmal von mir. Achso, ich fahre am Samstag für so etwa 10 Tage in die Provinz La Rioja, in die Anden, und von dort aus direkt nach Cordoba. Also werde ich mich jetzt erstmal eine Zeit lang nicht mehr melden.

Euch allen einen wunderbaren Winter aus einem wunderbaren Sommer, ich liebe es hier!

Johanna.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Pünktlich zum Sommeranfang steigen jetzt seit Tagen die Temperaturen und momentan ist es süße 42° warm - da können aber während Januar und Februar locker 10° dazu kommen. 
Wenn ihr jetzt neidisch seid - ich bin viel neidischer auf eure momentanen 3°!

Nachtrag: Gestern war der bisher heißeste Tag in 2011, hier der Beweis! Und nachts eben auch 30°, schlafen ist da dann nicht so gut drin. Zum Glück gibt es die Klimaanlage!

Montag, 19. Dezember 2011

Über alles

Achtung: Das wird lang! Ich hab mich ja jetzt schon wieder viel zu lange nicht gemeldet (ich nehme mir immer vor, am nächsten Tag zu schreiben und dann ist auf einmal schon eine Woche vorbei) und deshalb schreibe ich einfach mal über alles, was so passiert ist in letzter Zeit.

Campamento 
Vom 01.-04. Dezember war ich mit dem Abschlussjahrgang meiner Schule in dem auch meine Gastschwester ist, in Tucumán campen. Viel dazu kann ich nicht sagen, bis auf dass es wirklich schön war! Der Campingplatz war zwar nicht der schönste, das hat die Landschaft aber wieder ausgeglichen.



Ciudad de Tucumán


Acto de Clausura
Der „Acto de Clausura“ findet jedes Jahr am Ende des Schuljahres statt und markiert den Anfang der knapp 3-monatigen Sommerferien. Dieses Jahr war er am 07. Dezember, meine Ferien haben aber eigentlich schon mit dem Campamento angefangen.
Für den Acto mussten wir alle in korrekter Schuluniform kommen – weißer Kittel, Krawatte, grüne Kniestrümpfe und schwarze Schuhe für die Mädchen, für die Jungen weiß ich nicht so genau – und man musste sich kursweise in Reihen aufstellen, die Flagge von Argentinien, der Provinz Santiago del Estero und die des Vatikans (katholische Privatschule) werden feierlich reingetragen und die Hymnen gespielt. Dann ein paar Reden, die Vergabe der Diplome an den Abschlussjahrgang und danach die Vergabe der Zeugnisse an alle. Schulnoten sind hier übrigens von 0-10, wobei 10 das beste ist.



Santiago del Estero - Argentinien - Vatikan


Cordoba 
Letzte Woche habe ich für 3 Tage meine Gastschwester zum Einschreiben in die Uni nach Córdoba begleitet. Viel gesehen habe ich leider überhaupt nicht, da meine Gastschwester irgendwie nicht rausgehen wollte und so saß ich eigentlich nur rum, habe gelesen (Eat Pray Love auf Spanisch) oder Fernsehen geschaut. Ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft, aber wir fahren ja nochmal als ganze Familie im Janaur hin, wo ich dann hoffentlich ein bisschen mehr sehen werde. Fotos habe ich keine.

Egrsado
Gestern Abend war der Egresado, das heißt der Abschlussball (die Bezeichnung erscheint mir nicht ganz passend) meiner Gastschwester. Das hieß ein weiteres Mal elegante Kleidung und natürlich auch die Nacht durchtanzen. Über den Tag hinüber kamen ein paar Verwandte und Freunde der Familie, so gegen 8 bin ich dann mit meiner Gastschwester zum Friseur damit der uns die Haare macht und schminkt und gegen halb 12 waren wir dann dort, wo das ganze stattfinden sollte, dem Anfiteatro. Dort erstmal große Überraschung: Keiner hätte gedacht, dass so viele Leute da sein würden! Gegen 12 fing dann die Zeremonie an, das heißt jeder Egresado wurde namentlich aufgerufen und ging dann mit seinen Eltern an der Hand auf die große Bühne, wo die Tische für jeden der 3 Kurse (Wirtschaft, Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften) aufgestellt waren, dann wurde das Essen gebracht. Ab ca. 2 Uhr fingen dann die meisten an zu tanzen und das ganze ging dann noch bis ca. 6 Uhr morgens. Ins Bett gegangen bin ich um 7, eingeschlafen dann um 8. 
Ähnlich läuft es übrigens auch auf dem 15. Geburtstag eines Mädchens ab: Es wird ein Saal gebucht, man muss sich formal anziehen und nach einigen traditionellen Sachen wie zum Beispiel dem Walzer mit dem Vater und fast allen Anwesenden, wird ebenfalls die Nacht durchgetanzt. Machen Argentinier generell ziemlich gerne, ich erkläre euch gleich, was es sonst so zum Feiern gibt. 

Auf der anderen Seite waren in etwa nochmal so viele

Hinten ist die Bühne und vorne die Tanzfläche

Meine allerliebste Desi, die andere Deutsche hier


Alltag 
Wie in allen anderen Zeiten auch, gibt es natürlich auch in den Ferien einen Alltag. Meiner sieht in etwa so aus: Ins Bett gehe ich ca. um 3 oder 4 Uhr morgens, schlafe bis 12 oder 1, esse was, schlafe eventuell noch eine Siesta und für abends gibt es dann verschiedenes zu tun: Oft gehe ich mit Freunden ins Zentrum zum Eisessen oder einfach nur Zeit verbringen, bin im Haus von irgendwem oder sonst die Dinge, die so anstehen. 
Für das Wochenende sieht es dann meist so aus: Freitag abends wie alle anderen Tage der Woche und Samstag – Überraschung! - gibt es irgendwelche Feiern. So waren meine letzten Wochenenden auch immer voll mit spätem Ausgehen (die Discos machen hier so ca. um 3 bis 3:30 auf) und spätem Zubettgehen (so gegen 7) und dem darauffolgenden absolut faulem Sonntag. 

Wenn ihr also den Eindruck habt, mein Leben besteht momentan fast nur aus schlafen, essen, feiern und reisen, dann habt ihr irgendwie schon Recht. 
Was sonst noch so kommt: Weihnachten (Weihnachtsstimmung kommt dank 40° leider überhaupt nicht auf), Silvester, die Reise nach Cordoba und Buenos Aires und noch ein paar mal ausgehen. Nicht zu vergessen natürlich: die Hitze muss auch noch ausgehalten werden! Ohne die Klimaanlage im Zimmer wäre ich verloren. 

Euch wünsche ich wunderschöne Feiertage und, falls ich mich davor nicht melde, einen guten Rutsch ins neue Jahr (in dem ich dann wieder zurück nach Deutschland komme)!

Mittwoch, 23. November 2011

Von Abschieden, Umzügen und vielem mehr #2

Vorweg: Ja, ich vernachlässige meinen Blog und das tut mir Leid! Ich habe erst jetzt Zeit und Muße (vor allem das Zweite haha) gefunden, diesen Post hier in Angriff zu nehmen. Das Thema ist nicht unbedingt das einfachste.
Vorwarnung: Das ist vielleicht nicht interessant für jeden, aber so ein Post musste mal sein. 

Vor etwas mehr als 3 Monaten habe ich meine Koffer gepackt und irgendwie versucht, mein Leben (na ja, zumindest so in etwa) in 23 Kilo zu kriegen. Hat nicht so viel geklappt, am Flughafen musste ich dann doch nochmal umpacken. Das aber nur so nebenbei, zurück zu meinem eigentlichen Punkt: Ich habe meinen Koffer gepackt in der Hoffnung, ihn erst 11 Monate später auf ähnliche Weise packen zu müssen.
Tja, wie ich um ein weiteres Mal auf eine etwas schmerzhaftere Weise erfahren musste, läuft es im Leben oft einfach nicht so, wie man sich das vielleicht wünscht oder vorgestellt hat. Meine ersten 3 Monate hier in Argentinien waren … sagen wir einfach, sie waren nicht einfach. Meine gesamte Situation in Monteros führte dann zu dem für mich einzigen Ausweg: einem Gastfamilienwechsel. Schneller als gedacht, war ich dann auf einmal woanders – Sonntag hatte ich meiner Gastfamilie Bescheid gesagt, Dienstag hatte ich eine neue und Donnerstag abends saß ich auf einmal schon im Bus hierher nach Añatuya.
Und ja, jetzt, nach knappen 4 Wochen, kann ich sagen, dass es definitiv die beste Entscheidung ist, die ich hier bisher getroffen habe. Ich versuche jetzt einfach, meine erste Zeit hier in Argentinien zu vergessen. Wobei nein, denn gerade diese Zeit hat mich verdammt viel lernen lassen, über mich, über die Bedeutung (m-)einer Familie, über Kulturen und über so viel mehr. Vor allem hat es mir aber eines gezeigt: Selbst am Ende des dunkelsten Tunnel erscheint irgendwann ein winzig kleines Licht, dass immer größer wird. Das zeigt einem vor allem, wie viel Kraft in einem steckt. Egal wie oft man dachte: „Ich kann nicht mehr, ich bin absolut am Ende“, irgendwie geht es dann trotzdem weiter.

So, das wars genug an Lebensweisheiten (mit meinen 15 Jahren bin ich sowieso nicht wirklich in der Lage, diese zu geben). Ja, ich habe meinen Blog vernachlässigt und habe heute leider auch kein Foto für euch (wer die Anspielung verstanden hat, ist gut. Hier ist es übrigens Mexico's next Topmodel!).
Es gibt aber viel worüber ich gerne schreiben würde und wozu ich auch Fotos habe, also stay tuned!

Alles alles Liebe, Johanna

Donnerstag, 3. November 2011

Von Abschieden, Umzügen und vielem mehr

Ich habe eben gerade einen schönen langen Post getippt, bis Blogger sich auf einmal querstellte und den Post nicht gespeichert hat - danke dafür!

Ich habe jetzt weder Zeit noch Lust, all das nochmal zu schreiben, deswegen mache ich es kurz: Ich habe die Gastfamilie gewechselt. Gründe erläutere ich nächstes Mal, da kommen dann auch ein paar Fotos und alles andere. 

Nur ganz kurz dieses Foto:
Javi, 12, ich, Mariana, 16 - meine Gastgeschwister und ich nach meinem ersten Schultag. Schnappschuss. Achso, der weiße Kittel ist übrigens die Schuluniform.
Ich verspreche euch, ich melde mich ab jetzt öfter! Es ist nur schwer, über irgendetwas zu schreiben, wenn im Grunde genommen der Alltag eingekehrt ist - viel Neues gibt es dann nicht mehr. Ich versuche es aber!

Alles alles Liebe,
Johanna

Mittwoch, 26. Oktober 2011

I am an exchange student...

How do you know what is a dream if you never accomplished one?
How do you know what is an adventure if you never took part in one?
How do you know what is anguish if you never said goodbye to your family and friends with your eyes full of tears?
How do you know what is being desperate, if you never arrived in a place alone and could not understand a word of what everyone else was saying?
How do you know what is diversity if you never lived under the same roof with people from all over the world?
How do you know what is tolerance, if you never had to get used to something different even if you didn’t like it?
How do you know what is autonomy, if you never had the chance to decide something by yourself?
How do you know what it means to grow up, if you never stopped being a child to start a new course?
How do you know what is to be helpless, if you never wanted to hug someone and had a computer screen to prevent you from doing it?
How do you know what is distance, if you never, looking at a map, said “ I am so far away”?
How do you know what is a language, if you never had to learn one to make friends?
How do you know what is patriotism, if you never shouted “ I love my country” holding a flag in your hands?
How do you know what is the true reality, if you never had the chance to see a lot of them to make one?
How do you know what is an opportunity, if you never caught one?
How do you know what is pride, if you never experienced it for yourself at realizing how much you have accomplished?
How do you know what is to seize the day, if you never saw the time running so fast?
How do you know what is a friend, if the circumstances never showed you the true ones?
How do you know what is family, if you never had one that supported you unconditionally?
How do you know what are borders, if you never crossed yours , to see what there was on the other side?
How do you know what is imagination, if you never thought about the moment when you would go back home?
How do you know the world, if you have never been an exchange student?

Das ist nicht von mir, aber ich fande es so passend und dachte, ich sollte mal wieder was von mir hören lassen. Momentan gibt es hier große Veränderungen, ich schreibe bald!

Freitag, 23. September 2011

Denn Bilder sagen mehr als Worte

Gestern bin ich mit Lena, der anderen Deutschen hier in der Stadt, ein wenig in Monteros rumgelaufen, um Bilder zu machen. Hier die Ergebnisse:

Meine Schule. Der Eingang sieht wohlgemerkt noch am besten von der ganzen Schule aus.



Man beachte die Müllhaufen!






Calle Colón, die Hauptstraße

Nochmal Calle Colón, allerdings mehr in Zentrumsnähe

Plaza
Sind keine fotografischen Meisterwerke, aber vielleicht könnt ihr euch jetzt einen kleinen Eindruck machen, wie es hier so aussieht!

Freitag, 16. September 2011

La Cucaracha

Es war ein Mal ein Mädchen. Dieses Mädchen stand gerade ganz gewöhnlich unter der Dusche und war dabei, sich das Shampoo aus den Haaren zu waschen, als auf einmal irgendetwas gegen den Duschvorhang flog.
Natürlich erschreckte sie sich ein wenig, aber was sollte denn schon im Badezimmer sein? Also duschte sie sich  in aller Seelenruhe weiter und als dann schließlich das Wasser ausgestellt war, schaute sie neugierig hinter dem Duschvirhang hervor und was sah sie?
Eine dicke, fette, riesige Kakerlage, die gerade Anstalten machte, in Richtung Spiegel zu fliegen!
Vorsichtig griff sie sich ihr Handtuch, wickelte sich das Handtuch um, nahm ein letztes Mal tief Luft und rannte aus der Deckung des Vorhangs hervor in Richtung Tür, die sie sogleich zuschmetterte damit das Viech ja im Bad bliebe.
Doch jetzt das nächste Problem: Wie soll man das Ding loswerden? Auf die ganz normale argentinische Weise mit dem Schuh drauf treten? Nein, das geht nicht.
Was ein Glück sind aber noch Argentinier im Haus! Diese gehen dann ganz schnell ins Badezimmer, treten drauf und das Viech macht ein Geräusch, das das Mädchen am liebsten wieder vergessen würde.

3x dürft ihr raten, wer das Mädchen ist!

PS: Irgendwann nächste Woche mache ich noch ein paar Fotos von Monteros damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt.

Donnerstag, 8. September 2011

28 Tage


Hallo meine Lieben!
Jetzt ist es wieder einige Zeit vergangen, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Ich hatte bis letzte Woche Samstag kein Internet und ab da konnte ich mich nicht so ganz dazu aufraffen, einen Post zu schreiben. Der kommt aber jetzt!

Vor 4 Wochen konnte ich sagen: „Adiós Alemania, hallo Argentinien!“. Einen knappen Monat bin ich nun hier in diesem Land. In diesem Land, das so vollkommen anders ist als Deutschland und doch auch gewisse Gemeinsamkeiten mit meiner Heimat hat.
Aber ihr könnt mir gerne glauben, die Verschiedenheiten überwiegen deutlich!
Ich zähle euch mal 10 auf, denn nach 4 Wochen Argentinien fällt einem doch schon einiges auf.

  • Das Klischee mit der Unpünktlichkeit stimmt zumindest hier nicht, wenn man mal von der Schule absieht. Bisher ist jeder immer pünktlich zu jeder Verabredung gekommen und auch wenn ich hier Sport habe und meine Gastmama mich fährt bin ich pünktlich.
  • Argentinier müssen immer Recht haben. Diskutieren sie mal über etwas, endet das darin, dass nach ca. einer halben Stunde angeregter, meist auch ziemlich lauter Unterhaltung eine Wette abgeschlossen wird. Meist ist der Wetteinsatz Geld, aber ich hab noch nie jemanden auch nur einmal den Wetteinsatz tatsächlich einlösen sehen.
  • Schon mal gewundert, warum Che Guevara als ersten Namensteil Che hat? Che Guevara war Argentinier und diese setzen so an ca. jeden 2 Satz am Anfang ein Che. Gut, ich glaube nicht, dass Che Guevara deswegen ein Che im Namen hat, aber trotzdem, das Che ist in jeder echt argentinischer Unterhaltung ein Muss. Was das bedeutet? So genau kann man das nicht sagen, mein Wörterbuch mein folgendes: che: ¡~!, he!, hör mal!
  • Andere beliebte Wörter hier: boludo (Idiot), tonto (dämlich, dumm), loco (verrückt)
  • Ich wohne in der Provinz mit der höchsten Bevölkerungsdichte, aber dennoch siehst du, wenn du von meinem Ort aus nach San Miguel de Tucumán fährst vor allem eines: nichts.
  • Die Straßen sind teilweise ungeteert. Die, die dann doch geteert sind, haben tausende Risse und Huppel.
  • Die meisten Jugendlichen haben keinen Führerschein, fahren aber trotzdem Auto. Der Polizei ist das ziemlich egal, ich hab mich inzwischen an den Anblick 13-jähriger, autofahrender Jungen gewöhnt.
  • Auf den Straßen gibt es spezielle Huppel, damit man langsamer fährt. Worin das dann endet? Man gibt Vollgas, bremst dann kurz vor diesen Huppeln kurz ab und ist man über diese rüber, wird wieder aufs Gaspedal gedrückt. Sehr sinnvoll also.
  • Auf der Straße sind überall Hunde. Das sind nicht mal Straßenhunde, die meisten gehören zu Familien, trotzdem laufen sie auf den Straßen rum, ist vollkommen normal hier.
  • Die Siesta wird hier strengstens eingehalten. Von 1 Uhr bis 4 oder 5 hat eigentlich nichts offen, da die meisten Leuten da sowieso nicht rausgehen. Meine Gastschwestern schlafen da auch immer, bei anderen weiß ich es nicht. Ich selber kann um diese Zeit nicht schlafen. Das wirkt sich darin aus, dass ich dauerhaft müde bin da man natürlich auch nicht vor 12 um ins Bett geht.

Ich melde mich demnächst auch mit einigen Fotos wieder, habt bitte ein wenig Geduld mit mir :)

Übrigens: Ich freue mich über jedes einzelne Wort, dass ich von euch bekomme! Vielen vielen Dank für die Unterstützung, die ich aus Deutschland und auch aus anderen Ländern von anderen Austauschschülern bekomme, ihr helft mir sehr!

Also, bis zum nächsten Mal, allerbeste Grüße und eine Umarmung von der anderen Seite der Welt,

Johanna

PS: Marcus, ich glaube, ohne deine Musik wäre ich verloren, ich höre Raphael Saadiq und Janelle Monáe in Dauerschleife!

Sonntag, 21. August 2011

Weisheit des Tages #2

Merke: Argentinische Discos (Boliches) unterscheiden sich nicht so besonders viel von Deutschen, nur dass die Menschen besser tanzen können!

Donnerstag, 18. August 2011

Weisheit des Tages

Merke: Willst du angestarrt werden, gehe als Auslaender zum ersten Mal in eine argentinische Schule!

Dienstag, 16. August 2011

Estas bien?


Hallo meine Lieben,
achtung: das wird lang!
Seit Sonntag bin ich jetzt in meiner Gastfamilie und damit auch in Monteros, und eines kann ich euch sagen: Es ist ANDERS! Sehr, sehr, sehr anders als in Deutschland und anders, als ich es mir vorgestellt habe. Marcus, ich glaube, dir würde es hier gefallen!
Na ja, womit soll ich anfangen? Erstmal mit den Häusern: die sind vor allem kleiner und verfallener als in Deutschland. Bei vielen Häusern ist auch Schimmel an den Wänden. Aber gut, dass wusste ich ja, wie ein Freund von meiner Gastschwester sagte (in einem anderen Zusammenhang, aber hier passt es trotzdem): „Deutschland ist ein Teil der ersten Welt, Argentinien zwar nicht der dritten, aber es ist ein bisschen mehr zurück als Deutschland.“ (jaha, so gut kann ich schon Spanisch! - nicht.) und ich muss sagen, es stimmt. Der Satz war übrigens im Bezug auf ein anderes Thema, nämlich den Verkehr; mein nächstes Thema.
Gehst du auf die Straße, siehst du viele Autos, bei denen man sich wirklich fragt, wie die eine Zulassung bekommen haben, man denkt wirklich, die würden beim nächsten Huppel (davon gibt es hier sehr viele!) auseinander fallen. Außerdem gitb es hier tausende von Mopeds (hier werde sie einfach nur „Motos“ genannt) auf denen man eigentlich immer zu zweit sitzt, manchmal aber auch drei (oder auch zu viert, ich hab gestern eins gesehen, wo vorne der Vater war, in der Mitte ein ca. 6 jähriger Junge und hinten die Mutter mit dem Baby auf dem Arm). Und natürlich trägt man auch keinen Helm, wozu denn auch?! Außerdem fahren viele Traktoren mit meistens so 4 Anhängern voll mit Zuckerrohr, das wächst hier ja. Also muss man das Überholen einfach auf gut Glück machen, man kann schlecht mitten in der Nacht 4 Wagen + Traktor weit nach vorne gucken. Achso, anschnallen tut man sich auch nicht. Ich zum Beispiel wurde sehr komisch angeguckt als ich mich bei der ersten Fahrt einfach aus Gewohnheit anschnallen wollte und mir wurde gesagt, das sei nicht nötig. Also lass ich es jetzt einfach, meine Gastmutter ist aber auch eine vorsichtige Fahrerin – für argentinische Verhältnisse zumindest – deswegen ist es nicht so gefährlich. Und was in Deutschland undenkbar wäre: Pferdekarren! Mit denen werden Getränke an Kioske und so ausgeliefert, ich konnte es echt kaum glauben, als ich ein Pferd mit so einer Karre hinten dran gesehen hab :D Darauf war übrigens auch das Zitat bezogen.
Wenn man aus dem Haus geht (kurz nach der Siesta), sieht man mindestens 8 bis 9 Menschen auf der Straße. Geht man weiter ins Stadtzentrum Richtung Plaza, werden es immer mehr. Auf dem Plaza treffen sich übrigens die ganzen Jugendlichen nach der Schule und man wartet gemeinsam darauf, dass man nach Hause geht, wo es dann Abendessen gibt (meist so gegen 9 oder 10).
Das Essen ist auch noch so ein Thema. Vielleicht liegt es einfach daran, dass meine Gastfamilie nicht so gut kochen kann, aber mir zumindest schmeckt es nicht. Vielleicht auch, weil es jeden Tag Hähnchen gibt oder aus sonst einem mir unerfindlichen Grund, aber es schmeckt mir einfach nicht. Außerdem sind die Portionen so riesig! So viel kann ich gar nicht essen, es geht einfach nicht. Irgendwie esse ich hier generell sehr wenig, ich hab einfach keinen Hunger. Na ja, so gehöre ich wohl zum Glück nicht zu den 90% der Fälle, die zu nehmen (beim Orientation Camp wurde uns gesagt, so ca. 90% der Mädchen nehmen zu). Ich hab nichts dagegen :)
Achso, mit der Sprache ist es so lala. Alle müssen sehr langsam mit mir reden und in einfachen Worten, dann verstehe ich es. Mit dem Sprechen hapert es noch, ich glaube, ich mache extrem viele Fehler, aber zumindest versuche ich es und sitze nicht die ganze Zeit nichtssagend in der Ecke!
Aber das doofe ist: Spanisch macht mich so verdammt müde! Ich hätte gestern um 7 ins Bett fallen können, aber das geht wohl schlecht, deswegen bin ich direkt nach dem Abendessen um 10 ins Bett gegangen und hab heute morgen bis 10 geschlafen. Dann bin ich wieder wach :D
Morgen gehe ich zum ersten Mal in die Schule, momentan bin ich alleine zu Hause, weil meine eine Gastschwester in der Uni ist, die andere in der Schule und meine Gastmutter arbeiten ist. So hab ich aber wenigstens endlich mal Zeit für mich alleine! Glaubt mir, es ist echt anstrengend, absolut gar keine Privatsphäre zu haben. Na ja, ich werde mich schon noch dran gewöhnen.
Mir geht es soweit aber gut, die Leute sind wirklich alle sehr, sehr nett zu mir, nur ist es ein bisschen schwer, sich an all das zu gewöhnen, aber das wird schon noch.
Hier noch ein paar Bilder:
Madrid Bajaras
Santiago, unser Flugzeug dahin und die Anden


Auf dem Plaza


Orangenbaum mit Orangen im Winter! (nur leider kann man die Orangen nicht essen)

Pferdekarren



Okay, das wars erstmal von mir, ich vermisse euch sehr,
Johanna